Standard NFO
Auszug aus dem
Waldkatzen-Magazin von 1986,
ein Artikel von M. Leleithner:
Das Aussehen der Norwegischen Waldkatze
Wie ich annehmen darf, kennen Sie wohl
alle den derzeit gültigen Standard und ich darf es mir sparen, nochmals
direkt auf ihn einzugehen.
Gesamttyp
Der Körper einer Norwegischen Waldkatze
sollte kräftig und geschmeidig sein, langgestreckt auf hohen Beinen,
wobei die Hinterbeine höher als die Vorderbeine sein sollten.
Der Schwanz ist lang und buschig, im
Idealfall bis zum vorderen Ende des Schulterblattes reichend.
Die Pfoten sind kräftig und rund,
mit dicken Haarbüscheln zwischen den Zehen versehen. Die Farbe der
Fußballen ist passend zur Körperfarbe.
Der Gesamteindruck sollte der eines
großen, kräftigen Tieres sein, aber es ist leider immer noch
zu beobachten, daß des öfteren ein zu schlanger und zierlicher
Typ mit kurzen Beinen - speziell weibliche Tiere - auf Ausstellungen zu
finden sind.
Kopftyp
Der Kopf einer Waldkatze zeigt im anzustrebenden
Fall das Bild eines auf die Spitze gestellten Dreiecks.
Die Ohren sind groß und spitz,
hoch am Kopf plaziert, der äußere Rand sollte in einer geraden
Linie über die Wangen zum Kinn verlaufen. Aus der Ohrmuschel wachsen
kräftige Haarbüschel und auf den Ohrspitzen sindkleine Haarpinsel,
die allerdings leider nur noch bei wenigen Tieren ausgeprägt zu finden
sind.
Die Augen sind groß und offen,
nicht zu eng gesetzt und sollten zur Fellfarbe passen.
Der Nasenspiegel ist analog der Körperfarbe
gefärbt, bei Agouti-Tieren umrandet.
Von der Seite betrachtet zeigt der Kopf
eine lange Nase mit geradem Profil ohne Unterbrechung in die Stirn übergehend.
Man sollte sich nicht von gelegentlich vorkommenden Hautausbuchtungen an
der Nasenwurzel oder Haarwirbeln auf der Nase irritieren lassen, sondern
im Zweifelsfall die Stirnhaut leicht zurückziehen, um das effektive
Profil erkennen zu können.
Das Kinn ist kräftig, allerdings
nicht kantig. Die Schnauze sollte in einer leicht abgerundeten Spitze enden.
In den letzten Jahren ist immer mehr
zu beobachten, daß die Tiere mit dem langen, geraden Profil zu einem
etwas schwächeren Kinn neigen, was sich jedoch nicht negativ auf den
Biss ausgewirkt hat. Bei Überprüfung von ca. 400 Katzen in Europa
konnte ich bis jetzt nur ein Tier mit einem Überbiss feststellen.
Bei der Prüfung des Frontalgesichtes
eines potenten Katers oder eines mit ausgeprägten Schnurrhaarkissen
versehenen Tieres darf man sich nicht allein auf den optischen Eindruck
verlassen. Hier ist es ratsam, das Fell der Wangen und des Backenbartes
zurückzustreichen und die Form des Kopfsekelettes mit den Fingern
zu prüfen.
Fell
Ein primäres Merkmal dieser Rasse
ist das Fell.
Es ist lang, mit wolligem Unterfell,
das von glänzenden, leicht fettigen Haaren bedeckt wird. Die Unterwolle
ist feiner in der Textur als das Wasser abstoßende, kräftige,
lange Deckhaar.
Der Kopf ist umrahmt von einer Halskrause,
einem Backenbart und einer im Dreieck herunterfallenden Hemdbrust. Erfahrungsgemäß
ist diese Erscheinung ei männlichen Tieren ausgeprägter als bei
Kätzinnen.
An den Hinterbeinen befinden sich "Knickerbocker-Hosen",
die keine Deckhaare haben, da sie von den langen Schwanzhaaren geschützt
werden.
Der Schwanz ist ebenfalls eine Besonderheit
dieser Katze. Er ist lang und buschig, gleichfalls wieder Körper mit
glänzenden Deckhaaren versehen, die in aufgerichtetem Zustand des
Schwanzes wie zu einem Fächer auseinander fallen. Im Idealfall kann
er bis zu 20 cm breit sein - breiter als der Körper.
Man sollte wissen, dass Tiere der
Non-Agouti-Gruppen (ausgenommen schwarz und schwarz-weiß), sowie
Blau- und Rotvarianten der Agouti-Gruppen oftmals eine etwas weichere Fellqualität
haben. Allerdings muss auch hier das glänzende Deckhaar vorhanden
sein.
Die og. Beschreibungen der Felltextur
von Waldkatzen treffen nur auf den Idealfall, d.h. die Wintermonate zu.
Im warmen Klima bzw. in den europäischen Sommermonaten ist das Fell
meist kurz, die Unterwolle, Halskrause, Backenbart und Hemdbrust fehlen
fast gänzlich.
Gilt alles bisher Gesagte für erwachsene
Tiere, so ist bei der Beurteilung von Jungtieren zu berücksichtigen,
dass ganz unterschiedliche Entwicklungsformen vorkommen.
Es gibt Miniaturkatzen, die bereits
im Alter von 4 Monaten wie ein fertiger Erwachsener aussehen. Weitaus häufiger
- sozusagen der Normalfall - sind Jungtiere, deren Fell sehr kurz ist,
aber mit vielen fliegenden Haaren. Auf jeden Fall sollten "Knickerbocker"
an den Hinterbeinen vorhanden sein. Die Deckhaare entwickeln sich erst
im Alter von 3 - 5 Monaten und stehen wie Grannen aus der Unterwolle hervor,
wenn das Fell zur Prüfung auf dem Rücken nach vorne gestrichen
oder hochgezupft wird.
Die so genannten ""Halbstarken", die
Ihnen vielleicht zu kurzhaarig erscheinen, haben bereits ihr Babyfell abgelegt
und benötigen noch etliche Monate um das Fell eines Erwachsenen zu
entwickeln, was erst endgültig mit zwei Jahren erreicht sein wird.
Abschließend möchte ich nun
noch auf die am häufigsten vorkommenden Fehler bei der Norwegischen
Waldkatze hinweisen, die wie folgt sind:
trockenes und filziges Fell
Fehlen des Deckhaares
kurzer Schwanz
Profil mit Stop
kurze Nase
runder oder viereckiger Kopf
kleine Ohren
zuviel Abstand zwischen den Ohren
zu schlanker und zierlicher Typ
kurze Beine
M.L.
Mein Zuchtziel ist es, die Norwegische
Waldkatze in dieser Form zu erhalten. Der Fife-Standard wurde auch mit der
letzten Änderung zum 01.01.2000 nicht wirklich geändert, sondern nur ergänzt.
Damit gelten die Ausführungen von Margarethe Leleithner auch heute noch.